Zahnpflege – Richtig gemacht!

TIPP 1 – Wie oft soll man Zähneputzen?

Permanent bildet sich auf unseren Zähnen Zahnbelag und Plaque („Biofilm“). Das ist ganz natürlich. Ohne Gegenmaßnahmen reifen innerhalb von 24 bis 72 Stunden in diesem Biofilm Bakterien heran, welche Krankheiten wie Karies und Parodontitis verursachen.

Um dies zu vermeiden, genügt es aber, wenn die Zähne zweimal am Tag gereinigt werden. Mehr bringt nämlich nichts – im Gegenteil! Mehrfach oberflächliches Putzen ist fast wie gar nicht putzen. Außerdem besteht die Gefahr, dadurch den Zahnschmelz zu schädigen. Deshalb gilt:

Am Morgen: gründliches „Reinigungsputzen“ (vor dem Frühstück!). Alle Beläge müssen möglichst umfassend entfernt werden. Dabei sollten unbedingt Zahnseide oder Bürstchen zur Reinigung der Zahnzwischenräume zum Einsatz kommen. Bei den Bürstchen ist es entscheidend, die richtige Größe zu benutzen.

Am Abend: hier genügt ein „Wohlfühlputzen“ (frühestens ca. zwei Stunden nach dem Genuss saurer Speisen oder Getränke) . Wichtig ist hier, welche Zahncreme verwendet wird.

TIPP 2 – Die Zahncreme ist entscheidend!

Durch das Zähneputzen wird natürlicherweise der Speichelfluss angeregt. Zusätzlich zur Säuberung werden die Zahnoberflächen mit wertvollen Speichelmineralien regeneriert. Dazu gehört speziell Kalzium. Bei der Wahl einer fluoridhaltigen Zahncreme bildet sich nach ungefähr drei Minuten eine Kalzium-Fluorid-Schutzschicht auf den Zähnen. So kann sich der angegriffene Zahnschmelz remineralisieren und späteren Säureangriffen widerstehen. Diese Schutzschicht muss allerdings zweimal pro Tag mittels Zähneputzen aufgebracht werden.

Moderne Zahncremes enthalten zusätzlich flüssigen Zahnschmelz (medizinisches Hydroxylapatit). Dieses kann sogar kleinere Zahndefekte heilen, Überempfindlichkeiten vermindern und schonend aufhellen.

Hier ein besonderer Tipp: Nach dem Zähneputzen die Zahncreme nicht ausspülen, sondern nur ausspucken!

TIPP 3 – Welche Zahnbürste ist zu empfehlen?

Generell bringt eine elektrische Zahnbürste bei Kindern und Erwachsenen bessere Putzergebnisse als eine Handzahnbürste. Für beide Bürstenarten gilt:

  • kleine und nur mittelharte Bürstenköpfe verwenden!
  • Austausch der Bürsten spätetens alle zwei Monate!

Bei den maschinellen (elektrischen) Zahnbürsten ist wichtig, dass sich die Bürsten schnell bewegen! Ob rotierend oder schwingend ist Geschmackssache. Die maschinelle Zahnbürste hält man mit nur ganz leichtem Druck schräg gegen Zahn und Zahnfleisch. Den Rest macht die Bürste von alleine. Jede Kieferhälfte sollte so ungefähr eine halbe Minute bearbeitet werden. Viele Bürsten haben ein entsprechendes Tonsignal, das zum Wechsel der Kieferhälfte auffordert.

Bei Handzahnbürsten ist es wichtig, die Bürsten auf der Stelle leicht zu rotieren oder zum offenen Mund hin auszuwischen. Hin- und Her-Bewegungen über die Zahnreihe verschlechtern das Putzergebnis und sind zu vermeiden. Es könnten sonst Schäden am Zahnhals oder Zahnfleisch entstehen.

TIPP 4 – Was kann man sonst noch tun?

Mundspüllösungen für Erwachsene und Jugendliche ab dem 12. Lebensjahr. Wenn möglich zwischendurch anwenden, d.h. nicht im direkten Anschluss an das Zähneputzen. Über die Wahl der entsprechenden Spüllösung beraten wir Sie gerne. Sie hemmen nachhaltig krankmachende Bakterien. Erwachsene mit Zahnfleischproblemen oder Parodontitis sollten diese auch langfristig anwenden.

Spezielle Zahnpflegekaugummis regen den Speichelfluss an und puffern dadurch bakteriell bedingte, schadende Säuren ab. Diese sollten Xylit (natürlichen Birkenzucker) enthalten, um Karies vorzubeugen. Außerdem gibt es Produkte, die zusätzlich wichtige Zahnschmelzmineralien enthalten, welche die Reminaralisation der Zähne nachhaltig unterstützen. Wir beraten Sie gerne.

Zungenreinigung: Auch auf der Zunge tummeln sich Millionen von Bakterien, die Mundgeruch verursachen können. Deshalb sollte die Zunge regelmäßig gereinigt werden. Hierfür gibt es spezielle Zungenreiniger mit zusätzlichem Schaber.

TIPP 5 – Last, but not least!

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt!

In der Regel sollte diese professionelle Reinigung je nach Behandlungsfall einmal, manchmal zweimal und ganz selten viermal jährlich durchgeführt werden. Sie kann die häusliche Zahnpflege sinnvoll unterstützen, niemals aber ersetzen.

Das Ziel dieser Behandlung ist es, Zahnstein, Beläge und krankmachenden Biofilm professionell zu entfernen und die Zahnoberflächen zu polieren, zu fluoridieren und zu remineralisieren. In unserer Praxis wird die PZR immer mit einer schonenden und schmerzlosen Zahnfleischtaschenreinigung (einer sogenannten unterstützenden Parodontaltherapie) kombiniert!

Wissen Sie dass…

Photo-aktivierte Therapie mittels Laser bei allen oralen Entzündungen helfen kann
99,99% aller oralen Bakterien werden während der Laser-Behandlung vollkommen schmerzfrei abgetötet: eine Kombination aus einem nicht-thermischen Laser als Lichtquelle und einem photosensitiven Farbstoff wirkt nebenwirkungsfrei wie ein Breitbandantibiotikum.

So ersetzt diese Behandlung vielfach die zahnärztliche Antibiotikatherapie, auch bei aggressiver Parodontitis.

  • der Laser kann Biofilme nachhaltig inaktivieren, Viren und Pilze wirksam reduzieren,
  • er verbessert bzw. ergänzt herkömmliche Behandlungsmethoden, z.B. Scaling, Root Planing, Wurzelkanalbehandlung, Kariesentfernung,
  • außerdem verbessert der Laser die Behandlung von Knocheninfektionen,
  • über 10 Jahre hinweg liegen unzählige wissenschaftliche Studienergebnisse vor,
  • deutsche und internationale Experten empfehlen dieses Verfahren
Zahnweh schlimmer als Heimweh ist

Zu den Schmerzen gesellt sich beim geplagten Urlauber zudem der Frust. Statt sich zu entspannen, wird womöglich im Wartezimmer eines Zahnarztes wertvolle Ferienzeit verbraucht. Vor dem Urlaub sollte man daher unbedingt rechtzeitig die Zähne gründlich kontrollieren lassen.

Vor einer Urlaubsreise wird häufig noch einmal das Auto sicherheitshalber durchgecheckt oder zur fälligen TÜV-Untersuchung gebracht. Wer aber denkt schon an ein Urlaubsrisiko durch unerkannte Schäden an Zähnen und Zahnfleisch? Bisher schlummernde Zahnprobleme wie defekte Füllungen, Inlays oder Kronen sowie leichte Entzündungsprozesse können sich schon allein durch die veränderten Druckverhältnisse im Flugzeug unangenehm bemerkbar machen. Die Zahnschmerzen stören dann nicht nur massiv die Erholung – eine eventuell fällige Notbehandlung bei einem unbekannten Zahnarzt, womöglich noch im fremdsprachigen Ausland, ist unangenehm. Bei einer entsprechenden Vorsorge sind aber unliebsame Überraschungen im Mund meist vermeidbar. Im Rahmen eines Urlaubs-Checks kann der Zahnarzt rechtzeitig dafür sorgen, dass man unbeschwert verreisen kann.

Man ausgeschlagene Zähne oft wieder einsetzen kann

Schnell passiert beim Toben auf dem Spielplatz, im Schwimmbad oder beim Sport das Unglück: Der Schneidezahn ist ausgeschlagen! Was jetzt?

  1. Den Zahn NICHT an der Zahnwurzel anfassen!
  2. Den Zahn NICHT mit Wasser abspülen, NICHT in den Mund nehmen und NICHT desinfizieren.
  3. Den Zahn sofort in eine spezielle Nährlösung legen – Zahnrettungsbox – In diesem Schraubglas kann ein ausgeschlagener Zahn oder das Bruchstück eines Zahnes über mehrere Stunden aufbewahrt werden, ohne dass die Zellen der Wurzeloberfläche absterben.
  4. Wenn Sie keine Zahnrettungsbox haben, kann man den Zahn für kurze Zeit in handelsüblicher H-Milch oder einer NaCl-Lösung aus der Apotheke lagern.
  5. Schnellstmöglich den Zahnarzt oder die Zahnklinik aufsuchen.
Die Zahnrettungsbox

Die Zahnrettungsboxen Dentosafe® oder SOS Zahnbox® sind in Deutschland in Apotheken sowie in Österreich und der Schweiz erhältlich. Die spezielle Nährlösung ist 3 Jahre haltbar.

Sie bekommen die Zahnrettungsboxen auch bei uns in der Praxis.