3. Teil des Gesprächs von Dr. Wührl-Struller mit Dr. Franz Scherer – Thema Service

FRAGE: Das klingt so, als hätten Sie mit Ihren Ansichten nicht allzu viele Mitstreiter. Sind Sie ein Einzelkämpfer?

FS: Nein. Selbstverständlich verfügen wir über ein Netzwerk. Aber auch hier arbeiten wir ausschließlich mit Leuten zusammen, die ähnlich denken wie wir. Zum Beispiel ist unser Zahnlabor ein deutscher Meisterbetrieb. Klein, aber fein und eben auch spezialisiert auf bewährte Materialien, sorgfältige Arbeit, solides Handwerk. Labor-Tourismus kommt für uns nicht in Frage!

FRAGE: Ansonsten machen Sie alles selbst?

FS: Nein. Wenn wir bei einem konkreten Fall vor einer Aufgabe stehen, von der wir wissen, dass es einen Spezialisten gibt, der das besser kann, dann empfehlen wir unseren Patienten eine Überweisung. Hier sind wir zum Wohl unserer Patienten sehr ehrlich – auch, wenn es um unsere eigenen Grenzen geht.

FRAGE: Und innerhalb der Grenzen?

FS: Da, also in der eigenen Praxis, ist es in der Tat so, dass alle zahnärztlichen Leistungen auch der Zahnarzt selbst erbringt. Das bezieht sich z.B. auch auf Abdrucknahme, Herstellung von Provisorien oder das sogenannte Fädenlegen zur Darstellung von Kronenpräparationsgrenzen. Nur die professionelle Zahnreinigung wird an eigens dafür fortgebildete zahnmedizinische Assistentinnen innerhalb unserer Praxis delegiert.

FRAGE: Sind Sie mit dieser Arbeitsweise tatsächlich auf dem aktuellen Stand der Zahnmedizin?

FS: Oh ja. Zum einen bilden wir uns natürlich regelmäßig fort – aber nicht blindwütig, sondern da, wo es uns zum Wohl der Patienten hilft. Zum anderen ist das, was wir tun, zahnärztlich sogar absolut „state of the art“. Es passt nur oft nicht in die Konzepte von Krankenkassen und Industrie.

FRAGE: Sie haben es schon angesprochen: Die Krankenkassen achten im Augenblick weniger auf das Wohl der Patienten, sondern auf die Reduzierung von Kosten. Wie werden Ihre Behandlungen finanziert.

FS: Es ist in der Tat so, dass bei einigen Behandlungen die Patienten zuzahlen müssen. Darum achten wir auf absolute Kostenehrlichkeit. Vor Beginn einer aufwändigen Behandlung beraten wir unsere Patienten. Auf der Basis dieses Gesprächs erstellen wir einen Heil- und Kostenplan, in dem alle Kosten und Leistungen detailliert und vollständig aufgeführt sind. Wir sind dem Patienten gegenüber vollkommen offen und ehrlich – auch was die Kosten der Behandlung anbetrifft.

FRAGE: Das akzeptieren Ihre Patienten?

FS: Nicht alle, aber die meisten ja. Es ist der Spagat zwischen Ethik und Monetik, den wir schaffen müssen: Wir wissen, was zahnärztlich zum Wohl des Patienten zu tun ist, aber wir müssen selbstverständlich von unserer Arbeit auch leben können und sind darum gezwungen, unsere Leistungen auch angemessen abzurechnen. Langfristig ist eine solide Zahnbehandlung für den Patienten in jedem Fall günstiger.

FRAGE: Service pur, gewissermaßen?

FS: In jedem Fall. Auch das ist eine Maxime unserer Praxis und des gesamten Teams. So vereinbaren wir unter anderem sehr exakte Termine, damit unsere Patienten nicht warten müssen. Generell begleiten wir unsere Patienten sehr umfassend und sehr individuell. Fast schon haben wir ein familiäres Verhältnis zu vielen unserer Patienten.

FRAGE: Zum Abschluss Hand auf’s Herz: Ist Ihre Art der Praxisführung noch zeitgemäß?

FS: Ganz sicher! Sie entspricht nicht in jedem Fall dem aktuellen Zeitgeist, aber es gibt zum Glück immer mehr Menschen, die sich gerade in unserer Zeit besinnen auf wirkliche Werte. Wer so denkt, ist bei uns genau richtig und für den sind wir genau außerordentlich zeitgemäß.